Erst einmal vorweg: Das Camp muss als ein Erfolg gewertet werden, schon allein weil es stattgefunden hat, auch wenn es aus unserer Sicht viele Defizite gab und gibt. Deshalb muss man diese auch mit selbstkritischen Worten begleiten. Aber über 200 Leute zu einem regionalen Camp zu mobilisieren, dass ist echt unglaublich und war so nicht zu erwarten.
Wenn in den letzten Tagen viel von Naziübergriffen am Campwochenende die Rede war, dann muss man eigentlich nur eines ergänzen: Wir waren mehr!
Auf Polizei und Staatsschutz zu hoffen, kann man dann auch vergessen. Immerhin durften am 22.Juni etwa 50 Nazis unangemeldet durch Niesky marschieren, zu ehren ihres toten Kameraden Marko Bläser, der vor 2 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Da sieht die lokale Polizei schon gerne mal weg, könnte man mutmaßen. Dass auf der Rothenburger Straße, an dem Baum wo der Neonazi in seinem Auto starb, jetzt eindeutige Nazi-Kennzeichen liegen, ist ihnen auch völlig egal.
Auch wenn öffentlichkeitswirksam so gut wie Nichts gelaufen ist, außer einer Flyeraktion am Freitag, was sehr schade ist, denn so hätte man besser den ganzen Nieskyer Mist artikulieren können.
Jedoch war für viele in der Stadtverwaltung, das Stattfinden des Camps schon eine Niederlage. Und das ist auch gut so und beweist einmal mehr, wie finster es in dieser Stadt eigentlich ist.
Doch das heißt nicht, dass das bei einem zweiten oder dritten Camp, ähnlich laufen muss, immerhin geht es nicht darum, möglichst viele Leute zu alternativ kulturelle Veranstaltungen zu locken. Sondern im Prinzip darum, öffentlichkeitswirksam etwas auf die Beine zu stellen und politische Inhalte zu transportieren. Das hat nicht funktioniert. Was sicherlich auch daran lag, dass mit einem solchen Camp organisatorisches Neuland betreten wurde. [text von ostsachseninfos]
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