Herbst, 2011
Ab 6.Dezember 21.00 Uhr wird unser Infoladen wieder regelmäßig geöffnet sein. Die Öffnungszeiten sowie Neuigkeiten zum Sortiment werden in kürze hier veröffentlicht.
Januar 2011 - Solidarischer Kaffee (www.cafe-libertad.de) ist wieder ganz frisch eingetroffen und kann bei und erworben werden. Außerdem gibt es Mobi - und Infostuff zu den Aufrufen zu Aktionen rund um den Papstbesuch in Berlin und der Kampagne "FENCE OFF" in Leipzig.
Kaffeepreiserhöhung
Liebe Freund_innen des aufständischen Kaffees!
Der Inhalt dieser Meldung ist kein schöner, weder für euch noch für uns, aber es muss gesagt werden: Wir müssen leider die Kaffeepreise zum 25.02.11, 15.00 Uhr erhöhen.
Warum schon wieder, werdet ihr euch fragen, nachdem wir erst Mitte letzten Jahres die Preise erhöht haben?
Dazu eine ausführliche Erklärung. Einige von Euch haben sicherlich die Entwicklung des Rohkaffeepreises auf dem internationalen und auf dem inländischen Markt verfolgt. Der Preis für Rohkaffee klettert Woche für Woche in immer neue Rekordhöhen.
Gründe dafür sind schlechtes Wetter in Asien und Teilen Südamerikas, das die Ernte und den Transport der Bohnen erschwert. So klagen auch unsere Kaffeekooperativen in Chiapas über eine schlechtere Kaffeeernte wegen Regenfällen. Daneben tragen noch die gestiegene weltweite Nachfrage, besonders auch in Schwellenländern und Hedge-Fonds, und andere spekulative Anleger bei, die an Waren- und Kaffeebörsen den Preis nach oben treiben. Laut Presse sieht das dann so aus: Risikofreudige Anleger wetten auf die Zukunft der Preise. Auf jeden Sack Kaffeebohnen, der geerntet und verschifft wird, kommen neun virtuelle Säcke, die nur in den Handelssystemen der Börsianer angeboten und gekauft werden. Das führt beim Kaffee an den Terminbörsen zu erheblichen Preisaufschlägen. Gerade beim Rohkaffee zeigt sich, welche dramatischen Folgen das auf Gewinnmaximierung orientierte Treiben der Zocker an den Weltbörsen haben kann: Das häufige Verschieben der Ware ist es, was die Preise explodieren lässt. Statt zwei Milliarden Euro wie früher sind es heute 70 Milliarden Euro, die als Terminge¬schäfte im weltweiten Kaffeehandel angelegt sind. Die Fonds kaufen Kaffee und setzen damit auf einen Preisanstieg, das heizt die Nachfrage enorm an und dadurch wiederum sinkt die Verfügbarkeit des Rohkaffees, was wiederum den Preis antreibt. Wir erleben eine künstliche Verknappung der Ware, für die es fundamental gar keinen Grund gibt. So haben die Preise für hochwertigen Rohkaffee der Sorte Arabica enorm angezogen. Sie sind seit Mitte 2010 kontinuierlich gestiegen. Die Preise liegen um 70 Prozent höher als im Juni vergangenen Jahres.
Was hat das für Konsequenzen für Café Libertad und damit für euch
als Freund_innen des aufständischen Kaffees?
Unsere Kooperativen sind gezwungen, bei einem steigendem Weltmarktpreis ihren Mitgliedern einen höheren Preis zu zahlen, um zu verhindern, dass diese an die »Coyotes« (lokale Zwischenhändler, die für die multina¬tionalen Konzerne arbeiten) verkaufen. Bei Abgabe des Kaffees an die Kooperativen erhalten die Kaffeebäuer_innen einen Teil des Geldes, erst nach Ankunft des Kaffees in Europa wird das restliche Geld an die Mitglieder weitergegeben. Die »Coyotes« dagegen zahlen auf einmal Cash.
Die Verträge, die wir mit den Kaffeekooperativen machen, orientieren sich im solidarischen Handel (und auch im fairen Handel) an den Weltmarktpreisen für Rohkaffee. So haben wir letztes Jahr im Herbst die Verträge für die Kaffeeernte diesen Jahres zusammen mit den Kaffeekooperativen auf den Preis von 3,80 Euro das Kilo festgelegt und eine Vorfinanzierung von 60 Prozent an die Kooperativen geleistet. Nach den Verträgen, die wir schließen, können die Kaffeekooperativen die Preise bis zur Verschiffung des Kaffees nachverhandeln, wenn der Rohkaffee¬preis an der Kaffeebörse steigt. Was sie dieses Jahr auch mit gutem Grund getan haben bzw. tun werden. Der aktuelle Preis pro Kilo liegt eingerechnet der Währungsschwankungen zwischen Euro, Dollar und mexikanischem Peso mittlerweile schon bei 4,90 Euro, Tendenz steigend. Die Konsequenz daraus ist, dass wir bislang schon ca. 29% mehr für den Import bezahlen und dies bedeutet für euch, dass wir unsere Verkaufspreise zwischen 18% und 35% Prozent erhöhen werden. Was das konkret für jede einzelne Kaffeesorte bedeutet, seht Ihr weiter unten.
Vielleicht noch einmal zur Veranschaulichung, wie sich der Preis zusammensetzt:
Wir zahlen dieses Jahr den Preis der International Coffee Organisation (ICO) plus 10%, 20 Cent Bioaufschlag und 10 Cent Solidaritätsaufschlag an die Kaffeekooperativen, da der Weltmarkt-Kaffeepreis über den vereinbarten Zahlungen liegt. Weitere Kosten die dazukommen sind: Transport, Röstverlust, Rösten Mahlen und Verpacken, Fracht- und Lagerkosten, Kaffeesteuer, unsere Fördergelder für die Kooperativen (40 Cent pro Kilo) und Rabatte und Skonto. Die aktualisierte Preisliste findet ihr ab dem 25.02.11 unter Infos/Preisliste auf unserer Webseite www.cafe-libertad.de.
Ein Gutes hat das Ganze: Die Kaffeebäuer_innen bekommen einen wesentlich höheren Preis für ihr Produkt.